Härtetest mit kurzen Wegen

Der Ludwigsfelder HC tritt kurz vor dem Saisonstart noch einmal beim Stadtwerkepokal an

Zweieinhalb Stunden Handball, zwei Duelle gegen Gegner aus der Oberliga-Ostsee-Spree: Wenige Tage vor dem Saisonstart wird der Ludwigsfelder HC beim Stadtwerke-Pokal Vierter.
Nico Wiede hatte beste Sicht auf das Spiel, er verfolgte den Aufritt des Ludwigsfelder HC von einer strategisch günstigen Position. Der Platz auf der Tribüne der Stadtsporthalle war unter diesem Gesichtspunkt ein Vorteil – ein Nachteil dagegen war der Hintergrund: Wiede (20), einer der Neuzugänge des Ludwigsfelder HC musste wegen einer Daumenverletzung (Kapselprellung) aus sicherer Distanz das 12. Pokalturnier der Stadtwerke Ludwigsfelde verfolgen. „In dieser Woche kann ich mit einem Tapeverband wieder mittrainieren und mich vorsichtig herantasten“, gab Wiede, der am Sonnabend zu einer Stippvisite vorbei gekommen war, aber Entwarnung.

 

Ohne den Zwanzigjährigen, der in diesem Sommer vom VfL Potsdam II nach Ludwigsfelde gewechselt war, wurde der LHC am Ende Vierter bei dem Turnier mit sechs Mannschaften. „Mit der Platzierung können wir überhaupt nicht zufrieden sein“, monierte LHC-Coach Gerhard Wartenberg, „in einigen Bereichen ist es uns nicht gelungen, uns zu verbessern.“

 

Beim Turnier der kurzen Wege waren sechs Mannschaften gestartet. Für die Trainer war es die Nachbereitung der letzten und die Vorbereitung der nächsten Partie. Sie konnten die versammelte Mannschaft genau beobachten, und diese ihre künftigen Gegner. Sieger wurde der HSV Glauchau vor dem MTV Altlandsberg und dem BFC Preussen Berlin (mit dem Ex-Rangsdorfer Hendryk Büttner).
Zwei Rivalen des LHC in der Oberliga Ostsee-Spree, der BFC Preussen Berlin und die SG TMBW Berlin spielten am Sonnabend ebenfalls in der Stadtsporthalle. Gegen den Drittliga-Absteiger BFC Preussen gewann der LHC (20:10), gegen die SG Tempelhof-Mariendorf/Blau-Weiss unterlag das Ludwigsfelder Ensemble (11:17). Wartenberg: „Für alle Mannschaften war das eine Woche vor Saisonbeginn noch mal ein Härtest. Man konnte noch mal was für die Athletik tun und durch die vielen Spiele viel ausprobieren.“ Durch die zweieinhalb Stunden Handball sei das Turnier auch eine Willensschulung gewesen, befand Wartenberg, der allerdings kritisierte: „Beim Spiel gegen die SG TMBW Berlin, bei dem es für uns um Rang drei ging, hätte die Mannschaft noch einmal richtig an die Grenze gehen müssen.“ Lobenswert fand Wartenberg dagegen die Partie seiner Equipe gegen den BFC Preussen: „Das war so, wie man sich das vorstellt, allerdings waren die Preussen von der Rolle und bei uns hat alles geklappt, man darf das nicht überbewerten.“

Bereits am Sonnabend startet der LHC beim OSC-Schöneberg-Friedenau in die neue Saison der Oberliga-Ostsee-Spree (Anpfiff: 18 Uhr). Durch die Verpflichtung von Wiede, der einen Zweijahres-Kontrakt unterzeichnet hat, erhofft sich Coach Wartenberg in der neuen Spielzeit auch mehr personelle Variationsmöglichkeiten. „Er ist ein sehr gut ausgebildeter Allrounder, der auf mehreren Positionen spielen kann“, sagt der Trainer, „mittelfristig wollen wir die Mannschaft verjüngen und er passt gut in unser System“, sagt der Trainer. Kein Wunder, trainierte der Rechtshänder doch lange Zeit an der Talenteschmiede, der Sportschule in Potsdam. Nachdem Wiede als Erstklässler in Brück mit dem Handball begonnen hatte, wechselte er später nach Belzig und in der siebenten Klasse an die Sportschule in der Landeshauptstadt. Zwei Jahre spielte er noch für Belzig, in der B-Jugend streifte er das Trikot des VfL über, später lief er für die Reserve des Clubs auf und spielte auch gegen den LHC. Eine Laufbahn im Zweitligateam des VfL? „Ich habe dort mittrainiert“, sagt er, „aber ich habe wegen der etablierten Konkurrenz nie die Chance gesehen, dort zum Einsatz zu kommen.“ Das sieht beim Ludwigsfelder HC anders aus. „Mein persönlicher Anspruch ist es, in der Liga vorne mitzuspielen“, sagt Wiede, der gerade sein Abitur abgeschlossen hat und ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) geplant hat. „Allerdings müssen wird uns da noch in der Abstimmung zwischen Offensive und Defensive verbessern.“

Nachdem Wiede beim Stadtwerkepokal nur zuschauen konnte, kann er beim ersten Liga-Heimspiel Versäumtes nachholen: Dann wird der Club auf einen Rivalen des Stadtwerke-Cups treffen: Am 17. September, beim Auftritt in der Stadtsporthalle (Anpfiff: 18.30 Uhr), heißt der Gegner SG TMBW Berlin.

Lars Sittig

Quelle: Märkische Allgemeine, Zossener Rundschau, 05.09.2011

Bilder Stadtwerkepokal


Ergebnisse des Turniers:

Mannschaft Punkte
1. HSV Glauchau 9:1
2. MTV Altlandsberg 7:3
3. Preussen Berlin 5:5
4. Ludwigsfelder HC 4:6
5. SG Hermsdorf/Waidmannslust 3:7
6. SG TMBW Berlin 2:8


Bester Torschütze:
Dominic Witkowski von MTV Altlandsberg mit 26 Toren
Bester Torhüter: Yves Schönboom von HSV Glauchau

HSV Glauchau

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